Selbstfürsorge für Mütter – Warum wir uns selbst nicht zur Priorität machen

Von MoniqueManger

Bis vor einigen Wochen war ich genau eine von den Müttern, die wohl jeder kennt: immer in Betrieb, nie eine Sekunde Ruhe. Ich fuhr mein Kind dorthin, wohin es wollte bzw. musste, arbeitete ehrenamtlich, bloggte, schmiss den Haushalt und die Finanzen, kochte, versuchte ein Business aufzubauen usw. Ich sagte ja und Amen zu fast allem und von mir selbst forderte ich obendrein noch sehr viel ab. Aber vor einigen Wochen sah ich in den Spiegel und konnte in meinen Augen sehen, wie erschöpft ich war (und noch bin), und wie hoffnungslos ich mich oft fühlte (und manchmal immer noch tue). Ich war der Annahme, dass dieses Leistungsniveau der einzige Weg ist, den es gibt. Ich war und bin es leid, aber zu diesem Zeitpunkt konnte ich keine Alternative sehen.

Als Frauen und Mütter werden wir jeden Tag von allen Seiten bombardiert mit Stimmen, die uns sagen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten sollten. Wohltätigkeitsorganisationen, soziale Medien, Arbeitsverpflichtungen, Spendenaktionen an Schulen…. Die Richtungen, in die wir gezogen werden, sind endlos.

DU MUSST NICHT MITHALTEN.

Ich habe schon oft online Frauen gesehen, die darüber sprechen durch die Erschöpfung hindurch zu pushen, um all die Dinge zu erledigen. Manchmal sehe ich diese Frauen an und frage mich, wie sie all die Dinge tun, die sie tun. Ich kann das Tempo nicht mehr halten. Migräne, Körperschmerzen, Erschöpfung und schließlich die Diagnose einer Bandscheibenvorwölbung mit gerade mal 35 haben mir gezeigt, dass ich nicht mehr so leben soll.

Wenn ich könnte, würde ich einen Arm um jede Frau legen, die schneller läuft, als sie Kraft hat, und sagen: “Ich weiß, dass deine To-Do-Liste, die in deinem Kopf existiert, mehrere hundert Meter lang ist, aber bitte, BITTE stelle dich doch selbst erst einmal an erste Stelle.”

WARUM WIR DIE SELBSTFÜRSORGE NICHT ALS PRIORITÄT SEHEN

Als Mütter sind wir dafür bekannt, dass wir uns selbst keine Ruhe schenken. Und deshalb lautet heute meine Frage: Warum? Warum sehen wir uns nicht als Priorität?

  • Fühlen wir uns unter Druck gesetzt, weil wir mit den Frauen Schritt halten wollen, denen wir auf Instagram folgen oder die wir im wirklichen Leben beobachten?
  • Sind wir der Meinung, dass unser Wert davon abhängt, wie viel wir an einem Tag erreichen?
  • Glauben wir, wir haben nicht die gleiche Ruhe und Erholung verdient wie unsere Kinder, unser Ehepartner und alle um uns herum?

Ich denke, es ist eine Kombination aus all diesen Dingen. Aber genau das schadet unserem Körper – auch Batterien halten nicht für immer, schon gar nicht wenn sie fast leer sind.

Ob es nun dabei um unsere körperliche Gesundheit, unsere geistige Gesundheit, unsere Beziehungen oder etwas ganz anderes geht, irgendwann wird etwas schief gehen.

WIE MAN SICH WIEDER ZUR PRIORITÄT MACHT

Seit ich letztes Jahr eine Bandscheibenvorwölbung mit gerade mal 35 bekam und mich 1 Woche lang nicht mehr bewegen konnte, habe ich langsam begonnen die äußeren “Stimmen” zum Schweigen zu bringen und angefangen darauf zu hören, das ich von Herzen weiß, was das Richtige für mich ist. Durch Yoga und jetzt auch ein Journal finde ich während des Tages Punkte der Ruhe, anstatt durch den Tag zu hetzen, wie ich es früher getan habe. Und ich gebe mir die Erlaubnis zu schlafen, anstatt mir einzureden, dass ich darauf verzichten kann.

Ich liebe die Worte von Iain Thomas:

“Und jeden Tag wird die Welt dich an den Händen zerren und schreien: “Das ist wichtig! Und das ist wichtig! Und das ist wichtig! Du musst dir darüber Gedanken machen! Und das! Und das! Und jeden Tag liegt es an dir, deine Hand zurückzuziehen, sie auf dein Herz zu legen und zu sagen: “Nein, das ist es, was wichtig ist.””

Es ist nicht einfach, die Stimmen zum Schweigen zu bringen, die mich denken lassen, dass ich mehr tun sollte. Tatsächlich fühlt es sich an den meisten Tagen wie ein ständiges Hin- und Herziehen an.

Aber die Momente, in denen ich meinen Instinkten vertraue, ignoriere, was die Welt mir sagt, was ich tun sollte, und stattdessen dem folge, was ich weiß, dass es für mich und meine Familie richtig ist (auch wenn es bedeutet, gegen den Strich zu gehen), sind die Zeiten, in denen ich mich am wohlsten fühle.

Wenn also die Stimmen um dich herum so viel lauter sind als die Stimme in dir, dann versuche einmal auf dein Herz zu hören, denn es weiß, was das Wichtigste ist. Denn du verdienst die gleiche Ruhe und Fürsorge wie alle anderen Menschen um dich herum.