Das Geschenk des Winters

Im Herbst beginnt die Erde all diejenigen Dinge freizusetzen, an denen sie sich im Frühjahr und Sommer festgehalten hat. Sie sieht trostlos und kark aus. Von der Hektik des Lebens, die sie in den wärmeren Jahreszeiten auszeichnet, befreit. In den Wintermonaten herrscht auf der Erde eine stille Demut. Tiere und Menschen ziehen sich nach innen zurück, um der nassen und manchmal eisigen Kälte zu entkommen. Unsere Häuser wärmen wir richtig auf als Reaktion auf die Dunkelheit und Kälte, die in der Außenwelt herrschen.

Wir machen das Feuer in unseren Kaminen an und bereiten herzhafte, deftige Speisen zu, um unsere Körper warm zu halten. Manchmal schlafen wir länger und sehnen uns nach Ruhe, genau wie die Tiere tief in ihren Höhlen, die über den Winter ein Schläfchen machen. Auch wenn wir in einer wärmeren Region leben würden, haben die längeren Nächte und kürzeren Tage den gleichen Einfluss auf unseren Kreislauf. Wenn wir uns dieser Zeit ergeben, wie es die Natur beabsichtigt hat, erlauben wir uns, langsamer zu werden, mehr zu schlafen und unseren Geist etwas zur Ruhe kommen zu lassen. Gleichzeitig sehnen wir uns nach Gesellschaft. Menschen kommen über die Feiertage zusammen und lassen ihre Beziehung zueinander wieder etwas aufleben, was in der Hektik des Alltags oft untergeht.

Wir lachen, essen und reden, schlafen oder lesen, während es draußen früher dunkel wird und länger kalt bleibt. Wir können von ihr zu lernen, wenn sie sich so anmutig der Leere hingibt, wie die Stille, die jedem Laut vorausgeht, wie die Dunkelheit, die jedem Licht vorausgeht. Für alles, was diese Jahreszeit uns lehrt, können wir ihr Dankbar sein.